Sayonara Nippon


So, jetzt kehren wir auf dieser Reise wieder einem Land für – zumindest die Dauer der Reise – den Rücken und wenden uns dem nächsten zu (Thailand). Daher noch ein paar abschließende Worte, Bilder und Eindrücke um auch einen mentalen Abschluss zu finden Smiley

Wie Ihr an dem Blog erkennen konntet, beschäftigt uns dieses Land sehr – wir kommen immer wieder her und finden auch immer wieder neue Facetten einer Kultur vor, die uns sehr fremd, sehr anders, aber auch stellenweise extrem schön erscheint. Was aber dabei (zumindest für uns) immer klarer Kontur annimmt ist, dass man in Japan das nehmen muss, was in Japan besonders und auch einmalig ist – für uns Kunst, klassische Tempel und Architektur, als auch “das Alte”. Wer nach Japan kommt um die 1000 anderen Dinge, die es dort gibt (geben soll), zu versuchen, wird schnell enttäuscht, da man feststellen muss, dass es vielerorts auf der Welt (wenn man ein wenig reist) das Gleiche (oder zumindest sehr Ähnliche) deutlich einfacher / schöner / besser zu erleben gibt. Auch darf man nie vergessen, dass man in einem Land mit ausgeprägtem Herdensinn (alle machen das Gleiche), nicht vorhandener Individualität (die gibt es vielleicht bei den Mangas, aber das war es), keiner Ruhe und auch keiner Muße ist. Ein Beispiel sei das Wandern…  Es gibt in Japan viel Natur – aber die ist eben nicht zugänglich, da entweder ein Pfad da ist, den dann 1000 (wirklich) andere Wanderer auch nehmen, oder aber kein Pfad und man nirgends hinkommt. In den Städten wie Kyoto, wo außen herum Natur wäre, ist das aber auch nicht möglich, da die Menschen “wilde Tiere” in der Natur sehen. Alles, was nicht Stadt oder geordneter Lebensraum ist, wirkt eben bedrohlich, da anders, fremd und individuell… Ein anderes Zeichen mag sein, dass man in Osaka am Flughafen z.B. keine Zigarren kaufen kann (es gibt zwar ein paar, aber absolut minimal) – Zigarren sind eben ein Ausdruck von Ruhe, Muße und Genuss. Die kann man nicht eben mal so schnell an der Ecke “wegziehen”; für das andere genießen fehlt aber sowohl der Raum, das offene Feuer, als auch schlicht und ergreifend die Zeit. Alles ist schnell, hektisch, wuseln, effektiv – bis zur Selbstzerstörung des Einzelnen. Das mag sich alles sehr drastisch anhören, sollte sich aber mit der Realität decken – zumindest war das unser Eindruck.

Die Bäder in den (meisten) japanischen Hotels sind da eine Art von Beweis. Die Idee ist ja, einen Raum zu schaffen, in dem man entspannen, ausruhen und die Strapazen des Tages “abwaschen” kann (das körperliche “sauber werden” ist Nebeneffekt). Allerdings ist das schon wieder alles mit Regeln belegt – wo man sich wäscht, was man im Wasser nicht darf und was man alles beachten muss . Sicherlich für ein Gemeinwohl von so vielen Menschen notwendig, aber eben einengend und die Persönlichkeit bedrückend. Viel problematischer ist aber die Sinnfrage, warum man so etwas braucht… Wenn man sich die Menschen anschaut (im Bad und auf der Straße) sieht man oftmals einfach getriebene, erschöpfte und ausgelaugte Menschen, die permanent übermüdet sind (Lärm ist überall, Ruhe nirgends…) und merkbar Stress haben (Regeln einhalten, im Team passen, keine Individualität, nicht auffallen). Das ist schon erschreckend und auch nicht wirklich gut… Wenn man sich dann noch überlegt, dass es in Japan fast keine (erschwingliche) Kultur für die normalen Menschen außer Karaoke gibt, sehr wenig (minimal) “Kneipen”, wo man einfach mal Freunde trifft und ratscht – also einfach mal abschalten kann – und auch sonst keine “Auflademöglichkeit” für die Akkus besteht, dann fragt man sich schon, wie das gehen soll. Das ist – um beim Akku zu bleiben – immer ein Schnellladen, niemals ein Tiefladen. Dieses Seelenbad, einfach mal in der Natur zu sein und für 8h Ruhe und nichts zu haben, dieses tiefe Gefühl des “Einatmens” und “zur Ruhe kommen” kann in Japan nicht aufkommen (außer sicherlich im Kloster in geschützten Bereichen!). Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass das dann in Summe dazu führt, dass die Kreativität leidet und auch die Lebensfreude. Wenn ich einfach mal die Menschen der Philippinen (die so unendlich viel weniger materiell haben) mit den Japanern vergleiche, würde ich sagen, dass dort Lebensfreude geblieben ist und das Geld wanderte Zwinkerndes Smiley 

Wie gesagt, das Japan ist wunderschön, hat absolut tolle Tempel, Museen, Essensplätze (Geld mitnehmen Zwinkerndes Smiley) und auch wunderbare Kleinigkeiten überall (man muss sie nur suchen und finden).  Wer es mag, kann auch ein Shopping-Paradies auf Erden haben. Wer dagegen Ruhe, Beschaulichkeit und Natur sucht, sollte vielleicht weiterreisen (so 9000 km im Süden ist Neuseeland… Smiley).

Da wir in Osaka waren, haben wir dann auch die Möglichkeiten von Osaka ausgeschöpft (es gibt nicht wirklich viele außer dem Aquarium und Shopping…). Für uns dann wieder der obligatorische Besuch der Einkaufsarkaden für Küchenzubehör. Da kann man wirklich alles kaufen, was es gibt (und auch das andere, vor allem das, was man nie mehr brauchen wird Smiley).

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“Mein” Laden… Hier kaufen wir jedes Mal etwas ein – dieses Mal, da wir ja in Neuseeland einen Camper haben, und keine vernünftigen Messer, sollte es dann etwas nettes sein (man braucht ja auch ein Mitbringsel von der Reise…). Leider wurde es am Ende dann doch ein Wüsthoff, da irgendwie Verarbeitungsqualität, Griffigkeit und Schnittschutz dort am besten waren… “Andere” japanische Messer (für Sushi, Sashimi, etc.) habe ich ja genug – ich braucht ein Allzweckmesser. Aber ich wollte dieses Messer sowieso schon lange haben und man muss ja dem deutschen Export auch helfen (die 15 € mehr als in Deutschland seien verziehen…). DSCN7328

Bei dem Monster musste ich dann an Freunde denken, die eine Winkekatze zu Hause haben – fast hätten wir das Biest gekauft und ihnen geschickt… (in die Pfalz um genau zu sein). Die Gesichter würde ich dann mal gerne sehen Zwinkerndes Smiley

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Für den, der sonst Alles hat, sei dieser Rucksack empfohlen

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Oder lieber Reisküchlein?

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Kunst des täglichen Lebens Smiley

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Schrift und Kalligraphie ist ja schön, kann aber auch erschlagend wirken Zwinkerndes Smiley

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Es ist – wieder auf die Einleitung Bezug nehmend – schon ein wenig befremdlich, dass es in einem Land mit so langer Kulturgeschichte eigentlich so wenig an verschiedenen Ausprägungen von Kunst gibt. Japanische Kunstformen ähneln einander doch sehr und mögen zwar in Ihren Details zwar stark abweichen, aber die große Linie ist doch homogen. Es gibt eigentlich Kalligraphie, Tuschezeichnung (etwas bunt), ein wenig Aquarell und Töpferei. Holz / Metall ein wenig. “Farbige” Kunst in unserem Sinne so gut wie nicht und wenn dann als Formen der Europäischen Kunst – zumindest haben wir nie eine eigenständige “japanische Schule” ausmachen können. Manga sei hier einmal ausgenommen, aber das ist schon fast keine “klassische” Kunst mehr, sondern mittlerweile eher Kommunikationsform. Übrigens wurden Mangas bereits im 16. Jahrhundert über Holzblock-Druckverfahren hergestellt – mit dem gleichen Ziel: Erheiterung, Belehrung und Information der Massen Smiley

Für mich ist diese Bewunderung der Kalligraphie immer wieder eine Form von “Zwangsanerkennung” einer Ästhetik, da man nichts wirklich anderes hat. Wie gesagt, sicherlich ist es sehr ausdrucksvoll zu sehen, wie das Kanshizeichen Chu und Chi geschrieben wird – aber auf der anderen Seite bin ich mir nicht wirklich sicher, ob das so viel Seele offenbart wie andere Kunstformen… Auf jeden Fall denke ich, dass deutlich weniger Gefühl, Stimmung und Mitteilung in die Botschaft gelegt werden können, was ja auch ein Sinn von Kunst sein sollte.

Im gleichen Museumskeller (das eigentliche Museum war geschlossen wegen Umbau – natürlich nicht im Internet angekündigt Zwinkerndes Smiley) dann noch eine Ausstellung junger japanischer Künstler (Studenten) mit stellenweise sehr schön, sehr interessanten, aber auch sehr schrägen, kitschigen Dingen.

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Es gibt sehr klassisches

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sowohl als Manga in einer anderen Form Zwinkerndes Smiley

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als auch informatives zu sehen (die Künstler, die mitgewirkt haben)

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Was für uns dabei aufgefallen ist, sind mehrere Punkte: Technisch waren die meisten wirklich recht gut bis sehr, sehr gut – was oftmals etwas gefehlt hat ist die Tiefe des Ausdrucks (was auch mit dem Alter zusammenhängen kann). Am meisten allerdings – insbesondere bei den kitschigeren Dingen – dieses fehlende Wissen über den Rest der Welt, dieses Nicht-Kennen der sonstigen Kunstszene und dessen, was “gut” und “eher nicht so gut” ist. An einer Stelle waren die gewünschten Reiseziele der Künstler angegeben – wir schätzen mal 95% wollte europäische Städte… Ob das dann zu einem eigenen Stil wird, oder eher zu einer Kopie der gefundenen Stile bleibt abzuwarten – es wäre den Künstlern aber auf jeden Fall zu wünschen, dass sie viel der klassischen Kunstszene sehen können, da dies doch so unendlich wichtig für die eigene Entwicklung ist.

Insbesondere als halt in Japan auch recht wenig an “Großmuseen” existiert, wo man mal schnell einen kompakten Überblick bekommen kann. Insbesondere “klassische” europäische Kunst haben wir in Japan sehr wenig vorgefunden – daher müssen die Menschen das meiste wohl aus Büchern und dem Internet holen, was aber insbesondere bei Kunst nicht das Gleiche ist.

Nach so viel Eindrücken dann ein kleiner “Absacker” im Museums-Restaurant. Irgendwie haben wir uns da plötzlich wie in München in einem alten Lokal gefühlt (Donisl oder so…). War schon urig – aber das lag sicherlich am Baustil des Gebäudes (europäisch 19. Jahrhundert Zwinkerndes Smiley)

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Draußen dann noch ein abschließender Gang durch den Park und noch ein letztes Mal die Herbstfarben genießen Smiley

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der klassische Teil des Gartens war aber auch wirklich schön und den Reiher haben wir nicht bestellt Zwinkerndes Smiley

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Bei diesem Bild mussten wir an “bedrohtes Paradies” denken – die letzten Frösche quaken noch, aber gleich kommen die Hochhäuser näher…

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Was wir dabei nicht wirklich verstehen ist, warum man nicht bei den extrem hohen Kosten der Gebäude auch Grünbereiche in den Gebäuden einplant – so wie eine grüne Etage, grüne Innenschächte, etc. Das würde den Menschen etwas geben, lockert alles auf – aber wahrscheinlich die falschen Fragen und Ketzer werden in Japan immer noch auf dem Scheiterhaufen verbrannt Zwinkerndes Smiley

Was wir einfach dann auch mal zeigen wollten sind die Getränkeautomaten, die es in Japan an wirklich jeder Ecke gibt. Für 1 – 1,5 € kann man hier Kaltgetränke (stellenweise auch warmen Tee / Kaffee) bekommen. Nette Sache…

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Und zu guter Letzt dann noch ein Besuch bei Hanshin, dem größten Kaufhaus im Bereich Osaka mit einer 10000 qm großen Lebensmittelabteilung Zwinkerndes Smiley Menschen, Menschen, Menschen – aber dafür eine Super-Auswahl und leckere Dinge… Wer eingelegten Rettich, gesalzene Rogen, etc. mag Zwinkerndes Smiley

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So, das war es dann auch. Jetzt sind wir in Thailand und genießen hier die Ruhe und den Frieden in Hua Hin. Wir werden sehr wenig machen – auch wenig bloggen, da unser Primärziel hier das Ausspannen und genießen ist. Wir haben einen Bungalow mit einem kleinen Pool und das war es dann auch Smiley

Kategorien:Japan

2 Kommentare

  1. 🙂

    Sabine hätte die gerne gehabt, wäre dann in den Vorgarten gekommen…

    Man muss das mal so sehen, eine Winkekatze winkt ja Glück und vor allem Geld herein, unsere „kleine“ bringt ja schon genug „Kohle“ rein, was würde dann erst die Große machen 😀

    Ist aber eigentlich ein chinesischer Brauch, aber gibt’s wohl offensichtlich auch in Japan, nichts desto trotz ….

    • Hmmm – ganz einfach… Du wirst zu Dagobert Duck 😉

      Wegen den Bräuchen bin ich mir auch nicht mehr so sicher – ich glaube es wird einfach Alles das genommen, was irgendwie helfen kann 🙂

      Alles Gute Michael

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