Katalanische Gaumenfreuden (der etwas anderen Art…)


Zwei Sätze der Vorsicht zu Beginn dieses Blog-Beitrags:

  1. Es ist ein (fast ausschließlich) textueller Beitrag – also, wer nicht lesen will, sollte besser einen anderen Artikel nehmen Zwinkerndes Smiley
  2. Es geht um Essen – der besonderen Art… Wer jetzt Hunger hat –> schnell zum Kühlschrank, dann wieder zurückkommen, anderenfalls wird es schwierig… Wer nicht gerne isst oder Vegetarier / Veganer / Nicht-Karni- oder Omnivore sein sollte –> den Beitrag auslassen, ist zu spezifisch Fledermaus

Aber nun zum Thema: Gaumenfreuden. Die Region Katalonien (und im weiteren Sinne ganz Spanien) ist gesegnet mit einer Vielzahl an extrem guten Produkten in allen Bereichen: Milch, Käse, Wurst, Fleisch, Fisch, Eier, Gemüse und Obst, wobei auch davon noch sehr viel bio-dynamisch, oder zumindest nachhaltig angebaut wird. Im Rest der Welt mag man Spanien zwar meist mit den fiesen Erdbeeren, die nach wenig schmecken, einfachen Tomaten, oder sonstigem Massenprodukt identifizieren. Spätestens nach einem Besuch der Märkte hier, hat sich dieser Eindruck allerdings massiv relativiert. Wir gehen meistens in den Merkat de Llibertat in Gracia (http://www.mercatllibertat.com/Index.html), wobei La Boqueria ja wohl der größte (aber auch leider touristischste) ist: http://www.boqueria.info/index.php?lang=en.

Dort findet man dann bei einer Vielzahl an Auswahl eigentlich meist etwas, was einen inspiriert… Solche Inspirationen, auch durch unsere Reisen, wollte ich nun in ein paar kleinen Rezepten “rüber bringen”; vielleicht hat ja der (die) Eine oder Andere Lust etwas nachzumachen?

Generell gilt hier bei uns eigentlich die Grundregel, dass man, wenn man genug Fisch / Fleisch / Gemüse hat, auf die so genannte “Sättigungsbeilage” gerne verzichten kann. Warum auch, wenn es vom anderen genug gibt Smiley

Aber jetzt zu den Ideen…

1) Stockfisch (Baccalao) mit Thymian- und Honigsauce

An sich ist getrockneter, gesalzener Dorsch (Stockfisch) ja nicht Jedermanns Geschmack, aber, wenn er gut gewässert ist (3 Tage, danach tageweise verbrauchen), ist es eine absolut wunderbare Delikatesse. Einfach eine dicke Scheibe vom Stockfisch nehmen, auf der Haut in etwas Öl mit Thymian anbraten und dann mit ein klein wenig Honig übergießen und Dämpfen… Dazu ein leckerer, fruchtiger Verdejo (Vinho Verde…), etwas Gemüse und wer will Reis… Perfekt.

File:Bacalao valencia.jpg

2) Stockfisch im Schinkenmantel mit Ziegenkäse auf grünem Spargel

Das ist eine Variation des ewigen Thema Stockfisch – aber eine feine… Smiley Den Baccalao in Trockenschinken (ein einfacher, recht salziger aus z.B. Salamanca eignet sich prima) einrollen und vorher auf den Baccalao ein Stück weichen Ziegenkäse packen (den man also mit einwickelt). Den Spargel halbieren und in einer Pfanne leicht anbraten, dann die Röllchen drauf packen, mit etwas heißem Wasser auffüllen (5 mm) und dann dämpfen… Der Käse läuft aus, produziert mit dem Salz des Schinken und dem Saft des Spargels eine wunderbare Soße! Lecker…!!

3) Salat vom Herz und Haut mit Kichererbsen auf thailändische Art

Nun wird es langsam ein wenig animalischer… Also, vom Markt hole man sich ein paar Stückchen Rinderherz (so 5 cm breit, 2 hoch) und ein wenig gekochtes Schwein, wo aber die Haut noch dran ist (so richtig schön zum reinbeißen). Das Herz pariere man dann (Adern, Fett, etc. weg) und schneide es, wie auch die Haut (mit Fleisch) in ca. 1 cm große Würfelchen.

Die werden dann mit etwas Chili, Kumin und Schwarzkümmel (Nigella-Seeds) angebraten, mit Fischsauce (thailändisch / vietnamesisch) abgeschmeckt und noch etwas fein gehackter Petersilie garniert.

Am Ende dann ein Gläschen vorgekochte Kichererbsen dazu, so dass es einen guten Salat mit etwas Soße gibt – in dem man dann ganz zum Schluss frische Stückchen von roter Paprika reinschneidet. Einfach kalt werden lassen und genießen Smiley

4) Hummersuppe

Gut, ein Klassiker – aber trotzdem gut und lecker. Unser Vorteil hier ist, dass der lokale Hummer nur 19 € / Kg kostet und da kann man sich dann schon etwas davon gönnen… Also, Hummer kaufen (2 Stück sind prima – so 550 g / Stück), dann in den großen Topf mit Salzwasser (kochend) rein und 14 min kochen.

Raus mit den Biestern und kalt werden lassen. Das Kochwasser aufheben! Dann die Hummer rauspulen und die Reste (Schale, Füße, etc.) mit etwas Butter in der Pfanne anbraten und dann die Kochbrühe darüber geben. 1h köcheln lassen (Gewürze nach belieben – Anis ist nett), etwas Milch am Ende rein und Cognac zum Abschmecken. Die Fleischteile kann man dann, je nach Geschmack entweder in der Suppe mitkochen (zum warm werden), oder vorher auch nochmals anbraten und dann die Suppe drüber gießen…

5) Stierhoden in Cremesauce mit Trüffel

Ok, jetzt habe ich sicherlich die meisten verschreckt, aber keine Angst. Schmeckt einfach toll und ist kinderleicht! Man nehme Stierhoden – ja, ich weiß, sehen komisch aus, sind interessant anzufassen, aber lecker Zwinkerndes Smiley – und pochiere sie für 2 – 3 min im Wasserbad. Dann die Haut abziehen und nicht dabei zucken… Smiley Die Hoden dann im Kühlschrank für 3-4 h beschwert ruhen lassen.

Danach in ca. 1,5cm dicke Scheiben schneiden, in Butter anbraten und mit Sahne aufgießen. Darüber dann zum Ende frische Trüffel (gut, ich gebe zu, dass das nun dekadent ist, aber die Saison ist gerade…) darüber raspeln und einfach mit frischem Weißbrot genießen.

Als Variante kann man in die Sauce noch ein rohes ein reinmischen, so dass man ganz weiches Rührei bekommt – das mit den Trüffeln wirklich super-lecker schmeckt.

Kategorien:Spanien

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