Unterwegs…


Nachdem dies wohl unsere letzte Nacht auf kanadischem Boden sein wird, da wir heute die Grenze nach Süden in Richtung USA durchbrechen (nun gut, besser überschreiten…) werden, wollte ich nochmals die ganzen Ereignisse der letzten Tage etwas für Euch zusammenfassen.

Wir waren ja nach den Eisfeldern erst einmal Richtung Reifenwechsel in Banff unterwegs, wo wir aber auf dem Weg noch den schönen Lake Peyto besuchten, der sich türkisgrün in das Tal schmiegt.

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Da wir immer noch recht hoch sind ist es natürlich auch recht feucht und frisch, weswegen die Bären hier ein blaues Fell mit Wasserabweisung haben Zwinkerndes Smiley

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Auch die Natur ist deutlich hintendran… Tolle Anemonen

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Die “4 Freundinnen”

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Die rosa Weidenkätzchen fanden wir einfach zu hübsch Smiley

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In Banff dann (ein absolut kitschiges Touristenstädtchen, das direkt dem Disneyland entsprungen sein könnte und wo sich dann Hotel an Essplatz an “Old Salzburg” reiht), stellten wir fest, dass es gar nicht so einfach mit dem Reifenwechsel werden wird. Zum einen gibt es keinen direkten Reifenladen (schon komisch bei so viel Campern…) und die Tankstellen, die so einen Service auch haben, machten alle um 17:00 zu und da “Canada Day” am Montag war bedeutete dies ein langes Wochenende mit 3 Tagen nichts. Also noch schnell in der nächsten Stadt (waren zum Glück nur 25 km) angerufen und dort den Reifenladen gecheckt, der dann auch die Reifen hatte und die innerhalb von 15 min montierte… 236 CAN$ für Reifen mit Montage ist dann allerdings schon ein Wort – aber das zahlt der Vermieter (inklusive Fahrtkosten / Strecke und Ausfallzeit…)Fledermaus

Das Gute war, dass es dort Internet gab und daher konnten wir – mal wieder – die Blogs veröffentlichen und Emails abrufen. Das ist ja gar nicht so einfach hier in Kanada, da es die Starbucks Kaffeeläden, wo man kostenlos Internet hat, nicht so oft findet und WiFi nicht so verbreitet ist (auch stellenweise kein Telefon). Es ist eben Nationalparkgebiet mit wenig Infrastruktur. Daher dann auch die etwas unregelmäßigen Beiträge…

Wegen der Signalreichweite (eher der Feldstärke und damit Geschwindigkeit) musste ich allerdings etwas näher zum Sender, deswegen auch meine exponierte Lage. Aber was tut man nicht alles für die geneigte Leserschaft Zwinkerndes Smiley 

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Nachdem wir dann auch gleich “bei den normalen Menschen” eingekauft hatten, ging es wieder in den Park rein – allerdings nicht nach Banff; das war dann doch zu grausam… Wie gesagt – es war “Canada Day Weekend” und daher war es voll – so wie es scheinbar auch im Sommer normal ist… Hmmm – also das wollen wir dann doch nicht haben. So dicht an dicht macht das keinen Spaß mehr, da man sich da ja bei der Wanderung mehr auf den Zehen steht als sonst etwas

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Da das meist auch mit erhöhtem Alkoholgenuss verbunden ist, haben die meisten Plätze auch einen Alkoholbann (der anderswo oftmals ab 23:00 ist) verhängt und sind auch randvoll.

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Was uns dann wirklich ärgerte war der Fakt, dass 2 Plätze voll und der 3. einfach noch nicht offen war (entgegen den Daten im Park-Magazin). Beim 4. (es sind ja auch jedes Mal 10 – 20 km dazwischen, also viel Fahrerei) stand dann auch “Closed” – allerdings sah die Straße offen aus und daher drehten wir nochmals um und siehe da – von der anderen Seite war nix “Closed”. Schon komisch… Der Platz war nett, aber total ungepflegt und ziemlich vergammelt. Ich verstehe die Parkverwaltung da wirklich nicht – auf der einen Seite kassieren sie fast 30 CAN$ / Nacht und machen absolut nichts. Kaum Holz, das was da ist, ist komplett nass, alles alt und vergammelt. Einige Kanadier meinten, dass das Land einfach kein Geld dafür hat und in vielen Parks nur einer einmal pro Monat kommt. Das wird sicherlich spannend, weil die Gleichung hohe Kosten / wenig Leistung natürlich nicht ewig funktioniert. Vor allem ist es auch sehr schwierig für die Camper, da durch die wenigen Plätze man eigentlich immer erst schauen muss, dass man einen Platz für die Nacht ergattert und dann die Exkursionen macht (da man die meisten Plätze nicht reservieren kann). Sprich man spurtet morgens dorthin (meist sind zwischen den Plätzen 30 – 60 km, nur im Süden sind die etwas dichter gesät) und dann von dort wieder weg; nix mit spät abends mal ankommen… Trauriges Smiley

Das Schöne bei unserer Suche nach einem Platz war allerdings, dass wir einen wunderschönen Wolf gesehen haben, der uns grazil laufend auf der Straße entgegen kam. Was ein fantastischer Anblick!

Aber egal, Castle Mountain war auch so schön Zwinkerndes Smiley

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Ein anderes Problem ist, dass bedingt durch das fehlende Geld, viele Schäden des Winters nicht beseitigt werden, so dass viele Pfade geschlossen sind. Auf dem Weg nach Süden waren das immerhin 5 von 11. Manchmal sieht das dann so extrem aus wie hier

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meist ist es aber nur eine Planke einer Brücke, wo dann – statt das schnell zu prüfen und reparieren – einfach alles gesperrt wird.

Gegenüber unseres Platzes gab es dann aber den Marble Canyon, der auch wieder sehr schön war. Der kleine Fluss hat sich hier seinen Weg gebahnt

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und schießt donnernd nach unten

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Durch die Waldbrände sind fast 12% des Kootenay Parks in 2003 abgebrannt (es brannte immerhin 40 Tage), so dass überall die toten Bäume stehen. Dieser Bergrücken hier sieht dann auch aus wie eine Elefantenstirn Zwinkerndes Smiley Die haben nämlich am Kopf oben auch so struppige Drahthärchen, weswegen man als Reiter auch die dicken Hosen braucht (wirklich, kein Spaß – eine Drahtbürste ist da auf Dauer weiche dagegen…)

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So sieht das dann für den Wanderer in der Gegend aus – kann man allerdings auch nur bei wenig Wind machen, da ansonsten viel Gefahr von Baumstürzen besteht.

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Um sich ein Bild der Verwüstung zu machen…

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Das zieht sich so an beiden Seiten des Tals über 20 km hin

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Wir machten aber unsere kleine Wanderung aus dem Marble Canyon Richtung Ocker Pots weiter (und hier war dann zum Glück auch fast niemand…) immer die Natur bestaunend.

Die Blaubeeren sind gerade in Blüte

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Ist doch putzig

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Ach ja Bären… Die sind hier sehr, sehr präsent und man muss wirklich aufpassen. Nicht so gemütlich leise durch den Wald gehen – nein laut muss man sein! Also Lieder singen, jedes Mal beim Fluss wirklich vor jeder Biegung laut brüllen (wirklich – man will den Bär ja nicht erschrecken), etc. Das ist ok, wenn man aber einen frischen “Haufen” (Doo-Doo genannt) sieht und die anderen Wanderer, die einem entgegenkommen meinten, dass der vorher noch gedampft hat, dann ist man etwas vorsichtig… Cooles Smiley Also ich muss schon sagen, wandern ist nett, aber ohne Bären irgendwie netter… Sie sind wunderbar zum beobachten, aber am liebsten aus sicherer Distanz und ohne Stress, dass auf einem neben einem so ein kleiner Kopf aus dem Unterholz auftaucht. Sie sind ja meist absolut nicht aggressiv und meiden Menschen, aber 300 kg bei einem ausgewachsenen Schwarzbär (die Weibchen 200), der 50 km/h Spitze erreicht sind dann schon ein Wort.

Da sind uns dann die Wölfe doch viel lieber Zwinkerndes Smiley Der Pfoten-Abdruck war gut 12 cm lang…

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Am Ende der Strecke dann die Ocker Pots, wo die First Nations früher (und später auch die Siedler) Ocker gewannen, da hier Wasser durch mineralische Schichten nach oben dringt und dabei die aufgesammelten Metalle wieder ablagert

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Noch einmal der Freund Smiley

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Sieht fast aus wie ein Reisfeld Zwinkerndes Smiley

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Weiter oben wird es dann immer wilder

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und am Ende sind die Farbtöpfe; also die Quellen, wo dann am Rand die Ablagerungen sind. Wenn es zu viel Rand wird, dann “erstickt” die Quelle und ein toter Erdhügel bleibt

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Die Natur ist schon skurril

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Und auch wunderschön (bezdelígactin,as für Inara)

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Auf dem Weg weiter nach Süden trafen wir dann wieder glückliche Bären (man sah Großteils wirklich nur die Ohren zwischen dem Löwenzahn Smiley), die zwar von den Touristen gestört wurden (die laufen da echt bis auf 10m hin und brüllen lauf rum, es ist unglaublich Teufel), aber sich nicht allzu lange vom Fressen abhalten ließen

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Noch weiter nach Süden wird das dann breiter und es wird auch deutlich wärmer, wobei man wieder die tollen Hoodoos (Auswaschungen) sehen konnte

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Unseren Abend beschlossen wir dann in einem Provincial Park, der zwar auch voll war, aber wenigstens schön!

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Jetzt geht es dann rein nach Idaho und dann nach Westen Richtung Seattle

Kategorien:Kanada

1 Kommentar

  1. O!Bezdelígactin,as un anemones!Mellen,u bús lác’ukiem ko noésties (n,am-n,am)…

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