Wetterkapriolen, oder wie segelt man mit dem Wohnwagen?


Es fing ganz harmlos an… Gestern morgen war die Welt noch ganz normal, als wir in der Mojave Wüste bei den Kelso Dunes (dort, wo wir letztes Mal eingesunken waren; dieses Mal waren wir aber besser… Strebersmiley) den Tag begannen. Sonne, windstill und warm – so wie wir uns das, nach den etwas kühleren Nächten davor eigentlich auch vorgestellt hatten; wir wollten ja auch dem kalten Wetter der Berge ein wenig entkommen. Dann so gegen 10:00 fing der Wind immer stärker an zu blasen und steigerte sich zu schlappen (wie wir später lasen) 90 km/h in Böen. Mit einem Camper (3m hoch, Leichtbauweise…) ist das dann fast so, als wenn man ein Brett in den Wind hält und versucht zu fahren Fledermaus Sprich jede Böe packt einen und wirft so ca. 1m Spurkorrektur in die Fahrt – ein absoluter Spaß… Also wir dann immer weiter mit dem Tempo runter, bis wir dann bei 30 mph (ca. 65 km/h) wirklich fast jeden LKW ärgerlich gemacht hatten, da die ja immer mühsam überholen müssen. Auf dem Freeway (2- oder mehrspurig) kein Problem, auf dem Highway dann schon. Vor allem als die Dinger ja so riesig sind, dass die nicht nur ein Luftpaket vor sich herschieben, sondern eigentlich fast schon ihr eigenes Wettersystem produzieren (auf jeden Fall Gravitation Cooles Smiley). Also nix entspanntes Fahren sondern stundenlang mit höchster Konzentration das Lenkrad halten (halten, nicht streicheln – Kraft braucht man ziemlich, da es jedes Mal wirklich ruckt, wenn 5 Tonnen – so viel wiegt der Camper – dann ausbrechen wollen bei der Böe Zwinkerndes Smiley).

Auf der Höhe von Barstow dann (so 3h Fahrt nach Start) steigerte sich das zu einem – für unsere Begriffe zumindest – Sandsturm, so dass man stellenweise nicht mehr viel sehen konnte.

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Und die ganze Zeit das Klack-Klack der Steinchen und des Sandes gegen Scheiben, Wände, Luken – Sandstrahl-Fahren; cool Smiley

Nachdem wir dann endlich glücklich die Continental Divide (im Süden ist die nicht so hoch…) überwunden hatten und auf der Westseite waren fiel der Wind auch ein wenig ab – es wurde aber kühl. Ein kurzer Check bei Starbucks im Internet ergab dann schlappe -13° C für Sequoia National Park, was definitiv 6° zu wenig ist (-8° hatten wir und es geht!). Also dann, mit letzter Kraft (und nach 8h dieser Art von Fahrt reicht es wirklich) auf den Campingplatz, der wohl noch aus der Zeit des Sezessionskrieges stammt (1865 – 1867)… Zwinkerndes Smiley Wie meinte die Dame an der Tankstelle “it’s been there for ages” – wirklich. Heute morgen konnte man dann die Hütte genauer sehen; 30 Jahre wurde da bestimmt nichts mehr getan – America at it’s  best Zwinkerndes Smiley Aber egal, wir stehen, haben einen Platz, Strom (brauchen wir zwar nicht wirklich, aber dann kann man wenigstens Laptop, Handy und Zahnbürste aufladen ohne Generator – vor allem morgens zum Frühstück die Heizung einschalten Smiley) und uns – was will man mehr!

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Die Landschaft ist ja schon sehr skurril – überall Orangen- oder Tangelo-Bäume (natürlich mit künstlicher Bewässerung – was sonst); so weit das Auge reicht.

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Schön ist es ja schon, aber scheinbar sehr, sehr arm. Fast nur noch spanisch, heruntergekommene Bereiche und Leute – da ist viel kaputt und wird sich wohl auch nicht wirklich erholen. Das ist dann das ganz andere Kalifornien – aber interessant und die Leute sind auch nett. Man muss eben, wie das einem die irischen Taxifahrer beibringen gewisse Themen meiden: Politik und Religion an erster Stelle. Dann klappt es schon.

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Wir fahren heute auf jeden Fall mal in den Sequoia Park rein und wandern ein wenig; dann mal sehen, was mit campen geht und wie kalt es wirklich ist. Die Ansage beim Wetterkanal ist eine Sache, aber eine ganz andere sind 2000m Höhenunterschied zwischen unterem und oberem Platz. Falls das nichts wird, dann geht es einfach nach Santa Barbara ans Meer.

Schauen wir halt mal Smiley

Kategorien:USA

1 Kommentar

  1. Ui! Traki! „Usmanigi, usmanigi“…

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