Einmal Nanjing und zurück


Da wir unser ruhiges (sehr wichtig in China…!) und komfortables Hotel eigentlich nicht aufgeben wollten, entschieden wir uns, die Stadt Nanjing, die wir – da der Reiseführer so viel darüber gelobt hatte – auch sehen wollten, per Zug heimzusuchen. China ist Bahnland und daher ist Bahn fahren an sich recht günstig und vor allem schnell! Nanjing ist zwar 230 km von Suzhou entfernt, aber mit dem Schnellzug eine Sache von 1,5h, so dass wir das dann auch nutzten. Also morgens um 10:09 hin, abends um 18:19 zurück (es wird ja sowieso um 17:00 dunkel). 22 € pro Person (für Hin- und Rückfahrt) ist dann auch recht moderat, insbesondere, als dies der schnellste Zug überhaupt war – andere liegen dann bei 8 € / Person

Die Züge erinnern – zumindest in der Geschwindigkeitsklasse – sehr an die japanischen Nozomi und ich denke, dass das durchaus auch ein Joint-Venture sein dürfte. Etwas spannend fand ich die Bestuhlung mit 2 + 3, aber warum nicht. Bei Blick dann auf die Geschwindigkeitsanzeige mit 294 Km/h im Zug staunten wir allerdings nicht schlecht, da das ja dann doch schon kräftig ist!

Da der Tag warm war (27° in Nanjing), wir recht früh aufgestanden waren (mussten ja noch zum Zug fahren mit dem Taxi – unglaublich 40 min für 11 Km) und auch noch generell mit einer Erkältung kämpfen, war ein kleines Schläfchen angesagt!

In Nanjing dann mit der Metro zum Südende der Altstadt

Ganz generell ein paar Dinge zu Nanjing… Sie war lange Zeit die Hauptstadt von China (ca. 5 Jahrhunderte) und gilt mit einer Stadtmauer von 32 Km (im 14. Jahrhundert!) als eine der größten Städte Ihrer Zeit. Heute ist vieles das Meiste der alten Substanz weg (Präservation ist ein Fremdwort), so dass es eigentlich eine recht nichtssagende Stadt mit ein paar schönen Teilen ist! Vielleicht nicht schön im Sinne von “da will ich leben”, aber eben mehr im Sinne von “ganz anders” oder “sehr fremd” – sprich interessant. Nanjing-Zentrum hat eine Ausdehnung von ca. 10 km Nord-Süd und 8 km West – Ost, somit also sehr groß und weitläufig. Durch die doch recht vielen Bäume ist es nicht ganz so trostlos und vor allem kann man die Luft sogar atmen

In der neueren Geschichte haben die Japaner in Nanjing eine Blutorgie im 2. Weltkrieg veranstaltet, als 300.000 Zivilisten abgeschlachtet und weitere Tausende vergewaltigt, etc. wurden. Dies ist natürlich kein Quell der Freude in den Beziehungen der beiden Länder und grollt wohl auch immer noch nach.

Für uns allerdings war es ein interessanter Tagesausflug, mehr muss man aber eigentlich nicht wirklich absolvieren… Man kann, wenn man will, aber es ähnelt sich dann doch irgendwann recht stark

Geröstete Kastanien sind Leibspeise

Wofür man natürlich – wie zum Heizen auch – Kohle braucht, die dann ins Haus geliefert wird

Klassische Garküchen um die Metrostation herum

Hier haben wir dann unseren Reiseproviant etwas ergänzt – das Brot ist wirklich lecker!

Und so sehen die alten Teile aus… Man kann natürlich verstehen, dass hier eine Sanierung nicht wirklich einfach ist

Man zeigt, was man verkauft – das vor allem lebend!

Nun gut, nicht immer…

Wenn man das sieht und dann an gewisse zentraleuropäische Hygienevorschriften denkt ist das schon spannend… Insbesondere wundert man sich nicht wirklich, wieso eine Vogelgrippe sich so schnell ausbreiten kann…

Lebendtransporte

Aber die Chinesen lieben wirklich Tiere an sich – nicht nur zum Essen!

Behindert will ich dort allerdings nicht sein… Behindertengerecht – was ist das?

Auch die schmutzige Wäsche wird direkt in der Straße gewaschen – zeigt dann zumindest den Nachbarn die neuesten Errungenschaften

Einfach mal ein paar Impressionen

Die Krabbenhändlerin fand ich absolut klasse

Dann weiter Richtung Stadtmauer, die sich imposant in den Himmel schiebt

Dahinter dann ein Grünstreifen mit kleinen Gärten, alten Häusern und viel Ruhe und Schatten Es liegt ein sehr morbider Charme in der Luft

Das Südtor ist das größte aller Tore (600 Jahre alt!) und mit einer Dimension von 120 * 100 m schon wirklich imposant. Hier der Blick durch alle Teile

und hier nur der letzte (die eigentliche Mauer). Daneben dann die Nebenhallen, die für Truppen, Geräte, etc. dienten

Da viele Chinesen bei der Arbeit schlafen (zu Hause geht das wohl aus Platz- und Ruhemangel stellenweise nicht), ist das natürlich auch hier der Fall…

Wir vermuten, dass die Menschen sogar hier leben

Dann rauf auf die Mauer und einfach mal Pause – es war wirklich sehr, sehr schwül und drückend

Etwas ähnliches machten auch die Jungs unten – allerdings beim “Mah-Jongg”-Spiel

Irgendwie ändern sich gewisse Dinge nicht…

Noch ein süßer Hund!

Und weiter Richtung der “alten” Teile… – die Kanäle liefern etwas Kühle und Ruhe!

Dieses Proviant fanden wir dann doch etwas zu chinesisch für unseren Geschmack… Entenmagen und geräucherte Enten

Hier bekommt der Spruch “zu Tode gequasselt” eine neue Dimension

Auch Musikschulen für die chinesische Harfe sind zu finden

Und auf dem Weg zum Konfuzius-Tempel gibt es wieder schöne Kanäle

Der Tempel selber ist recht nett mit schönen Details

Aus Stein gemacht!

Das war dann eine der nettesten Verballhornungen, die wir je gesehen haben!

Hier dann die Gegenseite des Tourismus. Laut dem Führer am Stadttor sind wohl schon 2,4 Mrd. Menschen hier zu Besuch gewesen… Und Chinesen lieben Shopping

Wer nicht pariert fliegt…

Nach so viel Chaos und Menschen haben wir uns dann erst einmal etwas Ruhe gegönnt – scheinbar ging es aber auch anderen Menschen so

Kleine Sünden…

Die Chinesinnen haben dann die Mega-Variante abgezogen – ein Gewusel, ein Geschnatter

Nein, das wollten wir dann nicht wirklich essen

Und auch die Damenwelt ist einem Kartenspielchen nicht abgeneigt…

Also entweder wartet er auf die Enkelin, oder er hat einen interessanten Geschmack

Die Straßenverkäufer sind immer und überall sehenswert

Mit Todesverachtung wird da durch den Verkehr gezogen

Auch das gibt es in China

Sieht nach schlechter Luft und interessanter Elektronik aus (80er Jahre?)… Das in einer Türsteuerung… Hmm… Das gibt zu denken

Und die beiden müssen sich verlaufen haben – auf jeden Fall sind es keine Chinesen

Kategorien:China

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