Im Garten in Suzhou


Nach einer recht ermüdenden Reise von Xi’An nach Suzhou (es dauert vom Flughafen Shanghai nach Suzhou für ca. 60 km doch sage und schreibe 2h mit dem Hotelauto… – das ist wirklich verrückt), sind wir dann endlich angekommen und man muss es sagen – wir sind entzückt Das Hotel ist ziemlich außerhalb von Suzhou (nun gut, es ist die gleiche Stadt und wie überall in China ist überall Stadt, aber von hier zum Zentrum sind es 45 min Taxi – aber lt. Karte nur 11 Km…), demzufolge auch grüner und ruhiger! Sprich man hört nur ab und zu eine Hupe statt wie in Xi’An alle 30 Sekunden; außerdem sind die Zimmer wirklich wunderschön. Das Beste aber dabei ist, dass wir nur 45 € / Nase zahlen; da kann man Taxifahren doch durchaus verschmerzen. Das gilt allerdings nur jetzt in der Off-Season – zur High-Season reden wir dann von 200 € / Nase. Super-spannend ist dann auch, wenn der Taxi-Fahrer meint, dass er sich in Suzhou (wohl gemerkt die gleiche Stadt!) nicht auskennt, er würde uns nur bis zum zentralen Busbahnhof fahren, da er ein “lokaler” Fahrer ist; auf der Strecke hat er dann einen Kollegen “gekapert”, der uns dann dahin gefahren hat, wo wir hinwollten. Cool; aber es klappt!

Ganz generell muss man auch sagen, dass der Süden von China – zumindest bisher – irgendwie freundlicher als der Norden ist. Die Menschen sind ein wenig rücksichtsvoller, rotzen nicht einfach überall und es hat so den Anschein, dass man ein klein wenig mehr auf den anderen achtet. Mag nur ein Eindruck sein, der vorbeigeht, aber zumindest ist es angenehm!

Unsere Zimmer:

Der weitere für uns sehr angenehme Punkt war dann auch, dass die Restaurants wirklich sehr gut und auch kostenmäßig sehr attraktiv sind. So bietet man z.B. beim japanischen Restaurant ein “All-In” für 18 € / Person an, welches auch Getränke beinhaltet. Nicht dass das wirklich normalerweise ein Kriterium für uns wäre, aber es ist schon angenehm, einfach extrem gut für einen sehr moderaten Betrag essen zu können

Natürlich ist Alles hier deutlich teurer als außerhalb in der Stadt – man kann sich in China problemlos für 4 – 6 € so richtig satt essen (mit heißem Wasser als Getränk – nicht lachen, schmeckt gut) – aber dann natürlich auch in den entsprechenden Plätzen und der entsprechenden Deftigkeit… So ist es aber auch schön und ein frugales Mahl in z.B. unserem Hotelrestaurant kostet mit 4 Vorspeisen, 2 Hauptgerichten und Tee dann 20 €

Guten Appetit:

Spannend ist immer wieder die Bestellung, da kaum Englisch und auch kein englisches Menü (nach meinem Protest darüber hat man dann 3 Seiten übersetzt ). Aber es gibt ja Wörterbücher und gemeinsam schaffen wir es dann…

Die Ergebnisse lassen sich sehen – vor allem hatten wir Gemüse Ja, das erste Mal so richtig Gemüse… Abends haben wir das dann noch getoppt, da ich endlich in meinem Sprachführer die Seiten dazu gefunden hatte

Das gelbe ist Kürbis, das violette Kartoffel (ziemlich süßlich – fast schon Kastanie, aber lecker), das schwarze ganz hinten (etwas verdeckt) war eine Wurzel einer Wasserpflanze (Lilie?) – auf jeden Fall ähnlich zur Wasserkastanie und lecker. Am besten aber war das kurios geformte Gemüse, welches eine Wasserkastanie (auch Singharanuss genannt) ist.

Die Schale ist recht dick (oben im Bild links ist eine leere Hülle) und als wir dann fragten, wie wir das wohl essen sollen (aufbrechen ist nicht…), hat die Bedienung (er war sehr nett!) dann in seiner Verzweiflung (Englisch…) gemeint, dass er es uns zeigt Er hat dann eine genommen und aufgebissen –> na gut, dass wir vor der Reise in Deutschland beim Zahnarzt waren Wenn man es dann offen hat, pult man den Inhalt raus (für was man Stäbchen nicht alles verwenden kann…) und mit der Hülle kann auch viel Spaß machen

Gut gesättigt sind wir dann in einen der vielen Gärten von Suzhou (die Stadt ist dafür berühmt) aufgebrochen. Unser Ziel war der “Humble Administrator’s Garden” – ein wunderschönes Beispiel chinesischen Gartenbaus! Dort haben wir dann – entgegen der Klassifizierung im Gartenmuseum, welche nur 3 Stile definiert: Europäisch, Ost-Asiatisch und West-Asiatisch (muslimisch geprägt) – festgestellt, dass es mindestens zwischen China und Japan eine klare Differenzierung bei den Gärten geben muss. In Japan ist ein Garten viel eher spirituell als Ort der Besinnung und des Rückzugs, in China eher ein Lustspiel von Farben, Formen und oftmals auch eine Zurschaustellung von Reichtum und Vielfalt.

Egal wie war es wunderschön diese Oase des Grün in der Stadt zu besuchen – die Blumenpracht war auch sehr ansprechend

Besonders lieben die Chinesen aber Fenster und Durchsichten. Die dann in jeglicher Form, Hintergrund und Ausprägung

Auch Steine sind sehr, sehr beliebt – entweder als explizites Deko, oder als Teil der Gesamtkomposition

Was uns immer so fasziniert ist dieses Büschelgras – jeder “Boppel” ist da irgendwie ein “Kopf”, der aus dem Boden herausschaut

Natürlich sind auch die Wege wunderschön angelegt – für die Einlegearbeiten hat man alte Teller und Bruchstücke verwendet

Auch Seidenstickerei (nicht malen!) war und ist populär – was eine Arbeit!

Haustiere im Garten

Was natürlich auch nicht fehlen darf ist ein schönes Teehaus

Immer wird man beobachtet…

Und schon wieder…

Die Mond-Tore sind einfach schön!

Menschen bei der Arbeit

Alte Bäume

und einfach Impressionen

Wie überall auf der Welt gibt es natürlich auch hier dieses sinnlose Kriegsspielzeug. Ich muss nur jedes Mal aufpassen, dass ich nicht drauftrete – das wäre ein Aufschrei

Auf der Suche nach einem Taxi zurück bekamen wir dann die verschiedensten Offerten für Transportmittel

Wir warteten aber noch ein wenig, da am Kanal (die sind wirklich überall) es wunderschöne, sehr tief fliegende Fledermäuse gab. Das Bild ist zwar verwackelt, aber man bekommt eine Idee…

So sieht das Leben am Kanal dort generell aus – auch wieder aber “in Gefahr”, da die alten Viertel abgerissen werden um Hochhäuser zu bauen Tja, was will man machen – die Menschen ziehen in die Städte und dort braucht man Wohnraum

Kategorien:China

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