Ein Tag in Beijing


Nachdem wir feststellen mussten, dass das Kunstmuseum geschlossen hatte (nun gut, gehen wir eben morgen hin…), wollten wir eigentlich zur Pagode mit dem Taxi fahren. Wollten wir… Erst einmal hat kein Taxi gehalten, obwohl welche frei waren, dann waren keine frei, es war frustrierend. Als dann endlich ein Taxi hielt und wir einstiegen, zeigte ich unser Ziel und sie meinte irgendwie, dass sie da nicht hinfahren würde. War schon alles recht komisch – wir denken einfach, dass ihr das zu weit draußen war und sie dann schlecht zurückkommt. Das ist dann die Kehrseite einer wenig auf Kommerz ausgelegten Gesellschaft (zumindest im Bereich dieser Dienstleistungen) – da wird sicherlich noch ein weiter Weg zu gehen sein, das den Leuten klar zu machen… Aber egal, wir haben Ihr dann das Alternativziel gezeigt und das hat sie auch angesteuert Somit hat die Taxifahrerin entschieden, wohin wir gehen – auch recht. Also sind wir dann beim Palast von Prinz Gong gelandet – eigentlich hat ja ein Mandschu-Höfling sich die Anlage gebaut, da dann aber (wer immer da was gepetzt hat…) festgestellt wurde, dass kaiserliche Elemente verwendet wurden (Farbe / Form / Material – keine Ahnung), wurde der Besitz eingezogen und später dem Prinz zugewiesen. Der Höfling dürfte wohl auch experimentell gefühlt haben, wie es ist, mit einem Löffel im Sumpf zu Korea auszuharren

So werden die klassischen Touristen zum Palast gefahren – sehr authentisch

Und wie immer die Prozession der Besucher schön in Reih und Glied und wunderbar geordnet

Aber der Palast war auch wunderschön!

Wieder sehr viel Ruhe und Frieden und vor allem ein angenehmes Spiel der Farben und Formen. Insbesondere der Ginko war auch wunderschön und ziemlich spannend

Der Original-Erbauer kam ja als Mandschu von jenseits der Mauer (die Mandschu haben 1644 die Ming abgelöst und die Qing-Dynastie gegründet…). Dies wollte er dann auch so dargestellt haben und hat deswegen etwas Mauer in seinem Garten als Mini-Replika aufgebaut

Und natürlich gibt es auch hier aktive Schreine für Gottheiten

Und die Wege sind entsprechend geschmückt

Geduldiges Warten der Massen – als Individualtourist kann man allerdings (was ein Glück!) vorbeigehen

Ruhe und Beschaulichkeit

Und auch immer wieder absolut süße Tierchen und Symbole. Besonders beliebt ist die Fledermaus als Zeichen von Wohlstand

Raubtiere bei der Fütterung

Bambus ist einfach schön. Vor allem, wenn er als Basis für Graffiti verwendet wird

Türen, Tore und Eingänge sind wunderbar harmonisch und die Mönche schienen sich auch wohl zu fühlen…

Wieder außerhalb in den Hutong um den Palast kann man überall die Zeichen der Änderung und – zum Glück – Renovierung sehen

Man muss allerdings aufpassen kein Opfer des touristischen Verkehrs zu werden

Bezüglich Renovierung… Da gerade die Balustrade zum See gemacht wurde, mussten wir uns dann doch auch im noch frischen Beton verewigen

Das ist der See mit schönen Kneipen links (ok, das ist die Art von Kneipe, die man besser nicht bei Tageslicht sieht, wenn man plant abends da hinzugehen…) und Lädchen rechts. Natürlich stark touristisch, aber trotzdem schön

Wir konnten uns dann auch nicht wirklich enthalten und ich habe mir ein Siegel schneiden lassen. War einfach nett, kostet wenig und ist schnell gemacht…

Dann aber erst einmal Füße hoch und gemütlich in einem “Blasen”-Kaffee (Blase, da es so etwas wie eine westliche Kulturblase ist) lecker etwas gegessen. Es schmeckte herrlich! Dort haben wir dann neben der netten Tischdeko auch noch erkennen müssen, dass das Kennen (und Verstehen) einer Fremdsprache doch hilfreich ist, wenn man sie zur Deko verwenden will. Ich will gar nicht wissen, was auf den ganzen T-Shirts mit chinesischen Schriftzeichen drauf steht

So frisch gestärkt dann zum Glocken- und Trommelturm…

Der Glockentum

Mit mörderischem Aufstieg… Eigentlich 60° Winkel nach oben und los

Dafür aber eine tolle Sicht. Man sieht genau die ganzen Hutong (Altstadt könnte man sagen) und dahinter die Neubaubereiche. Wollen wir hoffen, dass da auch vieles erhalten bleibt. Die Sache ist schon riesig…

Der Trommelturm ist dann ähnlich

Eben halt mit 24 Trommeln Wir hatten Glück und erwischten die letzte Vorführung…

Jetzt reichte es dann aber und auch die Rikscha-Fahrer machten Feierabend, wie wir auch…

Es ist vieles schräg in China

Aber dass das Essen beim goldenen M so eine einschläfernde Wirkung hat?

Wir zogen wieder zu unserer Stamm-Kneipe, dem Raffles (nun gut, das ist dann doch ein würdiger Platz!) und genossen wieder unsere Suppen und sonstigen frugalen Genüsse

Der Suppenteil ist schon faszinierend!

Kategorien:Beijing, China

2 Kommentare

  1. Bezüglich Schriftzeichen auf T-Shirt respektive auf den Rücken / Schulter / Hals deutscher Mädchen, hat Hui schon mal gefragt, warum man sich wohl „Kühlschrank“ tätowieren lässt 🙂

    • Genau so etwas (und noch schlimmer) war meine Befürchtung 😉 Wenn ich mir die Details der Sprache anschaue, dann würde ich mich absolut hüten… Alleine Xie Xie in Pinying hat 4 Bedeutungen (mindestens), je nachdem wie das i ausgesprochen wird… Von Danke über Blut, … Na dann Prost. Ich bin immer schon glücklich, wenn mich die Bedienung einigermaßen versteht und man nicht nur ein „häää?“ bekommt…

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